Am 4. Okt fängt die neue Serie „Stress Verstehen“ an

Stress verstehen – aktuelle Neuroforschung für sich nutzbar machen

So heißt die neue 6-teilige Serie von Carl Gross und Roana Böhm.

Nie zuvor wurden mehr Depressionen, Angststörungen jeglicher Couleur (inklusive Burnout) diagnostiziert. Wir müssen uns vor Augen führen, das es sich hierbei nicht nur um eine der größten gesellschaftlichen Herrausforderungen handelt, sondern um millionenfache einzelne Schicksale, die mit unendlich viel Leid und auch finanziellen Verlusten verbunden sind.

Hier setzen wir an:
Wie kann jeder Einzelne für sich den Weg zwischen gesundem Leistungwillen und ungesundem Bad Stress finden?

Wir laden Sie herzlich zu unserer Kurzseminar-Reihe „Stress verstehen – aktuelle Neuroforschung für sich nutzbar machen“ ein.

Diese findet jeweils im Abstand von 14 Tagen ab Mittwoch, den 4.10.2017 in den Seminar-Räumen in der Wilskistraße statt.

Für weitere Informationen und Anmeldung schreiben Sie bitte an:  welcome@systemics-academy.com

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Coaching & Systemik – Was ist systemisches Coaching?

Oder eher noch … was ist überhaupt ein SYSTEM?

Wir verwenden oft Begriffe im Alltag, die uns dann bei dem Versuch, eine Definition aus dem Ärmel zu schütteln, stutzig machen.

SYSTEM: Ein System ist eine Gesamtheit von Teilen, die in einer Weise interagieren, dass sie als eine aufgaben- oder zweckgebundene Einheit beschrieben werden können. 

Was heißt das im Coaching?

Wenn sich ein Teil eines Systems verändert, hat das Auswirkungen auf andere Teile des Systems – und somit auch auf das System als Ganzes. D.h. jedes einzelne Teil eines Systems (also z.B. jede einzelne Person in einer Gruppe) hat grundsätzlich die Macht und Kraft, Veränderung zu bewirken!

Einige Systeme, in denen wir wirken, sind die sozialen Gruppen, mit denen wir interagieren, z.B. im Beruf, in der Familie und im Freundeskreis. Wesentliche Veränderungen in unseren Handlungsweisen wirken sich stark auf diese Systeme aus.

Als Konsequenz des systemischen Gedankens ergeben sich für Coaches viele Möglichkeiten, Fragen systemisch zu formulieren und den Coachee in seinem Wirkungsgrad zu bestärken.

Zwei Bücher, die sich mit diesem Thema befassen, sind COACHING: Miteinander Ziele erreichen (siehe Foto) und Einführung in das systemische Coaching. Maren Fischer-Epe und Sonja Radatz erklären sowohl Grundkonzepte als auch Werkzeuge zur praktischen Anwendung.

Wichtig:

Systemisches Coaching macht keine Vorschriften für den Ablauf eines Coaching-Gespräches. Es definiert eine bestimmte „Haltung“, eine Einstellung des Coaches.

Wertschätzung, Empathie, lethologische Begabung, Vertrauen, und ein Augenmerk auf Coachee-zentrierte Lösungsfindung sind Eckpfeiler dieser Einstellung.

Für Interessierte, mehr dazu hier.

 

 

 

Coaching Tools – Inneres Team

verbundenheitWas heißt das: „Inneres Team“? Ich bin ich – das ist doch nur eine(r). Denkt man so, auf Anhieb.

Das Gehirn einer Maus besteht aus ca. 8 Millionen Nervenzellen (Neuronen), das Gehirn eines Menschen dagegen aus ca. 100 Milliarden, die durch 100 Billionen Synapsen eng miteinander verbunden sind.  Durchschnittlich ist also ein Neuron mit 1000 anderen Neuronen verbunden und könnte von jedem beliebigen anderen Neuron aus in höchstens zwei bis vier Schritten erreicht werden. Das Menschliche Gehirn ist also unwahrscheinlich gut und dicht vernetzt.

Woher stammt unser enges Geflecht?  Die intensive Interaktion des Gehirns mit seinem Umfeld – ganz wesentlich die Interaktion mit anderen Menschen – verursacht diese dichte Vernetzung.  In diesem Sinne wird das Konzept eines einzelnen Gehirns höchst fragwürdig.    Gerald Hüther geht in seiner Formulierung sogar noch weiter:  „Dann ist auch die Idee eines einzelnen Gehirns, das als einzelnes losgelöst von allen anderen und von all den gemachten Beziehungserfahrungen untersuchbar wäre, absurd.“   Wohl so absurd wie ein einzelnes Atom, ein einzelner Stern, eine einzelne Ameise.

Trotzdem erleben wir uns als Individuen.  Und das müssen wir wohl auch, denn, wie Gerhard Roth formuliert, „Wenn man die Ich-Instanz zerstört, kann der Mensch nicht mehr in komplexen Situationen handeln.“

Und so ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen Individuum und Abhängigkeit. Zwischen dem Eindeutigen und Vielschichtigkeit, zwischen einer Meinung und vielen.

Die wichtigsten Beziehungserfahrungen (oft  im frühen Alter) prägen uns so ssehr, dass sie ein Leben lang unsere Ziele, unsere Erwartungen und unsere Handlungsmuster mitbestimmen. Wer kennnt ihn nicht, den inneren Dialog, in dem wir abwägen, welcher Weg für uns der richtige ist? Welche Entscheidung, welche Handlung.

Spricht da jemand mit? Wer ist das? Sind das die Eindrücke, die Wertvorstelllungen und die Träume unserer wichtigsten Beziehungspersonen?

Wo diese Vielfalt an Stimmen oder Meinungen, die unser „Inneres Team“ ausmacht, herkommt, lässt sich in einem reflektierenden Gespräch gut erforschen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind für Unerfahrene oft überraschend. Entscheidungswege werden klarer – als hätte jemand plötzlich den Scheibenwischer angeschaltet.

Wer lernen will, solche Gespräche zu leiten, kann sich gerne hier informieren –> Inneres Team im Basics-Kurs

Das schöne an den neuen Erkenntnissen ist, dass die Rolle der einen Instanz, die unser inneres Team leitet, klarer machen – wir also unser Gefühl stärken, als Individuum unterwegs zu sein.

Augen, Farbe und Konstruktivismus

Wahrnehmung ist ein Konstrukt. Ihr Gehirn spiegelt keine objektive Realität wieder. Das, was Sie als “Wirklichkeit“ empfinden, gibt es nur in Ihrem Gehirn. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Nehmen wir mal Ihre Augen als Beispiel, mir ihren Millionen Photorezeptoren. Ein Typ Rezeptor für gutes Sehen im etwas dunkleren „Halblicht“ (allerdings ohne farbliche Differenzierung) und drei verschiedene Typen von Rezeptoren, die auf verschiedene Farbfrequenzen ansprechen, damit Sie diesen Monitor nicht nur in Schwarz-Weiß sehen.

So weit, so gut. Nur, dass Sie mit diesen 3 Farbfrequenz-sensiblen Rezeptoren noch längst keine Farbe sehen. Das volle Farbspektrum entsteht erst im Sehnerv, der im „Opponent Process“ die verschiedenen Reize miteinander kombiniert (und teilweise voneinander subtrahiert), um diesen Monitor bunt zu machen. D.h. schon bevor die Daten aus Ihren Augen überhaupt Ihren visuellen Kortex erreichen, sind sie schon nicht mehr eine Widerspiegelung einer existierenden, objektiven Realität. Denn schon jetzt sind diese Daten eine Interpretation, ein KONSTRUKT.

Dieses Konstrukt “Farbe“ ist für jeden von uns etwas anders. Warum? 

Tja, die Natur hat es zwar geschafft, unsere Farbrezeptoren alle ähnlich zu gestalten, und doch ist das ‚Maximum‘ der 3 Farbrezeptortypen (die Lichtfrequenz, auf die die Rezeptoren am stärksten reagieren) für jede Person anders – wenn auch nur ein wenig.

Doch die Kombination dieser 3 Verschiebungen wirkt wie ein Fahrradschloss – es gibt Millionen verschiedener Möglichkeiten, durch die ich detaillierte Farbtöne ein wenig anders wahrneheme als Sie. 
Daher der berühmte Streit um die Farben eines Kleids in einem Foto. (LINK)

Und was für’s Sehen gilt, gilt für alle Sinne.

Im Gegensatz zu Fahhradschlössern sind die Wirklichkeits-Konstrukte anderer allerdings nur sehr schwer zu knacken bzw. eins zu eins nachzuvollziehen.
Es gibt ausserdem viele Menschen, die komplett anders sehen als die Mehrheit. Nicht nur Farbenblindheit, sondern auch tetrachromatische Sicht (mit vier anstelle von “nur“ drei Farbrezeptoren) und UV-Sicht sind Beispiele von untypischen Seh-Fähigkeiten.

Es spricht theoretisch auch nichts sagen, Infrarot-Rezeptoren in Augen zu integrieren. Das ist vielleicht noch weit in die Zukunft gedacht, aber eins ist klar: das menschliche Gehirn würde mitspielen.

Wie definieren wir dann “sichtbare Frequenzen“? Sichtbar für wen?

Auch ohne zu weit in die Zukunft zu schauen ist eins klar: Die Neurobiologie, also die harten Fakten der Naturwissenschaften, unterstützen geisteswissenschaftliche Konzepte von vor 100 Jahren – der Konstruktivismus ist Realität (so sehr es seinem Geist auch widerspricht).

Wer wissen will, was das alles mit Coaching zu tun hat, findet hier weitere Infos.

Innere Haltung – Offenheit & Neutralität im Coaching

Warum ist es so wichtig, sich im Gespräch ohne Wertung voll und ganz auf die Welt des Anderen einzulassen? Was sind die Voraussetzungen in der inneren Haltung des Coaches, damir er/sie Verständnisfragen neutral, mit ehrlicher Neugier und ohne Wertung formulieren kann?

Einige Hinweise geben uns der Konstruktivismus, Lerntheorie und die neurobiologischen Erkenntnisse in Bezug auf Problemlösungsprozesse im Gehirn.

Wer sich mit Konstruktivismus befasst hat, der weiß, dass Wahrnehmung ein Konstrukt ist. Und das ist längst kein abstraktes philosophisches Gedankengut mehr, sondern Piaget und Co. werden von neurobiologischen Erkenntnissen untermauert. Von den „harten“ Naturwissenschaften also.

Nehmen wir mal Ihre Augen als Beispiel, mir ihren Millionen Photorezeptoren. Wussten Sie, dass Farbe ein KONSTRUKT ist? 

Mehr dazu hier –> Augen, Farbe und Konstruktivismus

Und genau so sind alle Wahrnehmungen und auch Erinnerungen Konstrukte.

Meist komplex, oft eine Annäherung an intersubjektive Realität, und dennoch immer konstruiert.

Doch welchen Anteil der Konstrukte anderer können wir in einem Gespräch erfassen? Untersuchungen zeigen: nur wenig.

Die logische Konsequenz: Als Coaches bewegen wir uns gezwungenermaßen in der “Welt“ des anderen. Wir stellen Fragen, setzen dem Weg des Coachees Leitplanken, greifen aber nicht ins Steuer.

Anders gesagt: Wenn das Thema des Coachees sein Konstrukt ist, kann auch nur der Coachee die passende Lösung konstruieren.

Doch wie lernen wir am Besten, uns aus der Welt des Coachees “rauszuhalten“?

Mehr dazu hier –> Professionelle Distanz im Coaching

Weniger Multitasking, mehr Kaffee?

Multitasking gibt es eigentlich gar nicht in dem Sinne, wie es im Alltag verstanden wird. Selbstverständlich kann eine einzelne Person mehrere Abläufe automatisch gleichzeitig bewältigen. Aber es ist neurophysiologisch unmöglich, die bewusste Aufmerksamkeit mehreren Tätigkeiten gleichzeitig zu widmen. Was tun denn dann Menschen, die von sich behaupten, sie seien gute Multitasker?

Sie “switchen“, das heißt Ihre Aufmerksamkeit huscht unaufhörlich von einer Sache zu anderen.

Und die wenigen Millisekunden, die das Auge dann doch auf dem Handy verharrt, anstelle auf die Straße zu blicken, können Leben kosten.

Wer das Handy beim Fahren nicht in die Hand nimmt, wird von der App “Driving Barista“ nach 200 km mit einem Kaffee belohnt.

So bringen Toyota und die Coffee-Shop-Kette Komeda das Thema in die japanischen Medien. Die App wird von ca 40,000 Fahrern genutzt. Weiteres hier: http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1110187

Das Interessante hieran ist die Mischung aus modernen Technologien (App, GPS, Smartphone tech) und einem der ältesten Lernförderer aller Zeiten:  dem Belohnungsprinzip.

Heute auf der Messe BAZAAR BERLIN (http://systemics-academy.com/auf-der-bazaar-berlin-2016/) kommentierte Kommunikationstrainerin Miriam Berger: “Man könnte das Belohnungsprinzip allerdings auch noch auf andere Belohnungsformen ausweiten. Das würde die App für ein breiteres Spektrum an potenziellen Nutzern interessant machen. Wir sind ja nicht alle Kaffeetrinker.“

Jedenfalls ein lustiges Konzept, für Leute, die weniger Multitasken wollen (und kostenfrei Kaffee trinken).

Geistige Heimat für Coaches

Systemische Therapieausbildung abgeschlossen? Coaching-Ausbildung abgeschlossen – und dann?

Wie geht’s weiter?

Wir haben heute auf der Messe (http://systemics-academy.com/news/)  eine Bekannte getroffen, die sich genau das fragt.

Viele Ausbildungen bieten zwar eine Zertifizierung aber keine langfristige Unterstützung an. Wer also Supervision, regelmäßige Weiterbildung und Austausch mit anderen Coaches sucht, ist bei uns willkommen –> http://systemics-academy.com/academy/