Innere Haltung – Offenheit & Neutralität im Coaching

Warum ist es so wichtig, sich im Gespräch ohne Wertung voll und ganz auf die Welt des Anderen einzulassen? Was sind die Voraussetzungen in der inneren Haltung des Coaches, damir er/sie Verständnisfragen neutral, mit ehrlicher Neugier und ohne Wertung formulieren kann?

Einige Hinweise geben uns der Konstruktivismus, Lerntheorie und die neurobiologischen Erkenntnisse in Bezug auf Problemlösungsprozesse im Gehirn.

Wer sich mit Konstruktivismus befasst hat, der weiß, dass Wahrnehmung ein Konstrukt ist. Und das ist längst kein abstraktes philosophisches Gedankengut mehr, sondern Piaget und Co. werden von neurobiologischen Erkenntnissen untermauert. Von den „harten“ Naturwissenschaften also.

Nehmen wir mal Ihre Augen als Beispiel, mir ihren Millionen Photorezeptoren. Wussten Sie, dass Farbe ein KONSTRUKT ist? 

Mehr dazu hier –> Augen, Farbe und Konstruktivismus

Und genau so sind alle Wahrnehmungen und auch Erinnerungen Konstrukte.

Meist komplex, oft eine Annäherung an intersubjektive Realität, und dennoch immer konstruiert.

Doch welchen Anteil der Konstrukte anderer können wir in einem Gespräch erfassen? Untersuchungen zeigen: nur wenig.

Die logische Konsequenz: Als Coaches bewegen wir uns gezwungenermaßen in der “Welt“ des anderen. Wir stellen Fragen, setzen dem Weg des Coachees Leitplanken, greifen aber nicht ins Steuer.

Anders gesagt: Wenn das Thema des Coachees sein Konstrukt ist, kann auch nur der Coachee die passende Lösung konstruieren.

Doch wie lernen wir am Besten, uns aus der Welt des Coachees “rauszuhalten“?

Mehr dazu hier –> Professionelle Distanz im Coaching

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