Eintönigkeit schadet dem Gehirn

An der Universität Göttingen ist es Wissenschaftlern gelungen, die Anpassungsfähigkeit der Gehirne von Mäusen wiederherzustellen.

In großen Käfigen mit verschiedenen Spielzeugen und eine vielfältigen Möglichkeiten zur sozialen Interaktion zeigten die Mäuse eine hohe Plastizität in der Sehrinde. Diese wird normalerweise im Alter schwächer bis sie ganz verschwindet. Durch die stimulierende Umwelt konnte die Plastizität nicht nur wesentlich länger erhalten werden, sondern war auch vor Beeinträchtigungen durch einen Schlaganfall geschützt. Mäuse, deren Sehrindenplastizität schon erloschen war, konnten diese bei längerem Aufenthalt in der stimulierenden Umgebung der größeren Käfige wiederherstellen.

Totale Überlastung durch zu viele Umweltreize“ und ähnliche Schlagzeilen die oft zu lesen sind, sind also viel zu einseitig. Ohne äußere Stimulation erlahmt unser Gehirn.

Wie bei allem im Leben gilt: auf das Maß kommt es an.

Uns eine Umwelt schaffen die uns stimuliert, ohne zu überfordern ist also das Ziel und auch die Kunst.

 

bionity.com/de/news/viele-umweltreize-halten-das-gehirn-jung.html

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Veränderungsfähigkeit bei Straftätern?

Der Artikel betrachtet kurz das Strafrecht, das inzwischen 100 Jahre alt ist. Ist der damals geprägte Schuldbegriff und die daraus folgenden Schlussfolgerungen zur Bestrafung noch tragfähig?
Der Neurobiologe Gerhard Roth arbeitet derzeit an der Berliner Charité in einem Projekt, das jugendliche Intensivstraftäter untersucht. Für seine Taten einstehen, ohne schuldig sein zu müssen – das hätte, glaubt Roth, auch unmittelbare Konsequenzen wie man mit Straftätern umgeht – insbesondere denen, die wiederholt sehr schwere Verbrechen begehen. „Dann würde die Frage der Besserung und die Frage des Schutzes der Bevölkerung noch mehr in den Vordergrund rücken als das Wegsperren und das Bestrafen des Täters.“ Aber Besserung – geht das denn überhaupt bei den Menschen, vor denen man sich ihrer chronischen Gefährlichkeit wegen fürchten muss? Es werden drei Tätergruppen beschrieben und deren unterschiedlichen Trainingsziele benannt. Voraussetzung sei aber, dass man jede der drei Tätergruppen anders therapiert. „Die instrumentelle Gruppe muss komplett umlernen und Wege finden, Konflikte zu lösen, ohne Gewalt anzuwenden“, so Roth. „Bei den impulsiven Straftätern braucht man ein intensives Training zur Impulshemmung, daneben hilft ein Empathie-Training.“ Nur bei den Psychopathen hätten sich bisher auch die besten Psychotherapeuten der Welt die Zähne ausgebissen. Zum Artikel: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article113639377/Bleiben-wir-ein-Leben-lang-dieselben.html

Wie Lachen eine Forschungswelle auslöst und ein neuer Wissenschaftszweig entstand

Man kann es kaum glauben, dass Wissenschaftler mal von der gegenseitigen Unabhängigkeit von Körper und Psyche überzeugt waren. Norman Cousins brachte aus seiner eigenen Erfahrung dieses Bild ins Wanken. Er wurde schwer krank – chronische Entzündung der Wirbelsäule – und hatte starke Schmerzen. Er war Wissenschaftsjournalist und kannte Artikel, die über den unheilvollen Einfluss von trüben Gemütszuständen erzählten. Das drehte er einfach um und therapierte sich selbst mit Lachen ohne Medikamente und Operation. Seine Erfahrung schrieb er im Buch „Der Arzt in uns selbst“ nieder. 1970 gründete er das „Cousins Center for Psychoneuroimmunology“ an der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Einst wurde er belächelt, heute ist dieses Zentrum eine weltweit führende Institution, die den Zusammenhang von seelischem Wohlbefinden und Abwehrkräften untersucht. Unter der Bezeichnung „Psychoneuroimmunologie“ (kurz: PNI) gilt Cousins‘ Forschungsansatz mittlerweile als anerkannte Disziplin. Seit 20 Jahren boomt diese Forschungsrichtung und es ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich belegt, wie gute Stimmung heilt, bzw. Heilung unterstützt.
Dieser Artikel war in der GEO kompakt vom September 2014. Wer ihn will, ich habe ihn da. Im Netz ist er nicht mehr zu finden. Es gibt in 3sat bei scrobel einen Film zum Thema Psychoneuroimmunologie und passende Artikel: http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/173644/index.html

Musik-Studenten, Gesundheit und Neuroplastizität

Heute früh wurde im Radio ein Alexander Schmidt interviewt. Es ging um Musik-Studenten, Gesundheit und Neuroplastizität.  Ich wollte mehr wissen und fand es hier:

http://www.hfm-berlin.de/presse-aktuelles/aktuelles/alexander-schmidt-zum-professor-und-leiter-am-kurt-singer-institut-berufen/

Mit der Berufung von Prof. Dr. med. Alexander Schmidt zum Professor und Leiter des Kurt-Singer-Instituts zeigt sich wieder, wie spannend und wichtig es ist, über Fakultäts-Grenzen hinweg Wissenschaft zu betreiben – und nicht nur das, sondern auch die daraus gewonnen Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden.

Coaching – wer sagt, was das ist

Was Coaching so alles heißen kann, da gibt es immer noch viele Grauzonen. Hier eine Liste der gängigsten Definitionen und ein Vergleich mit dem Ansatz der Systemics™ Academy.

Von Whitmore (1996): „Unlocking a person’s potential to maximize their own performance.“
–> Das Potential einer Person ‚aufschliessen‘ bzw ‚freimachen‘, um seine/ihre Leistung zu maximieren.

Von Parsloe (1999): „A process that enables learning and development to occur and thus performance to improve.“
–> Ein Prozess, der Lernen und Entwicklung ermöglicht und damit Leistung steigert.

Von Grant (2000): „A collaborative, solution-focused,  results-oriented and systematic process in which the coach facilitates the enhancement of work performance, life experiences, self-directed learning and personal growth of the coachee.“
–> Ein kooperativer, lösungsorientierter, zielgerichteter und systematischer Prozess, in dem der Coach dem Coachee folgendes ermöglicht: verbesserte Arbeitsleistung, Lebenserfahrung, selbst-gesteuertes Lernen und persönliches Wachstum.

Von Clutterbuck (2003): „Primarily a short-term intervention aimed at performance improvement or developing a particular competence.“
–> Eine meist kurzfristige Intervention mit der Zielstellung, Leistung zu verbessern oder eine neue Kompetenz zu entwickeln.

Von Caplan (2003): “ A coach is a collaborative partner who works with the learner to help them achieve goals,  solve problems,  learn and develop.“
–> Ein Coach ist ein kooperativer (oder ‚gemeinschaftlicher‘) Partner, der mit dem Lernenden zusammen arbeitet und ihn/sie unterstützt, Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen, zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Unser Verständnis von Coaching ist dem von Grant ähnlich, geht aber noch weiter: Wir entschlüsseln die Blockaden, die manche Entwicklungen verhindern können, und befähigen den Coachee dazu, emotional getragene, positive und zielführende Automatismen aufzubauen, die alteingefahrene, nicht zielführende Handlungsweisen überflüssig machen.

Wie das geht, wird hier beschrieben –> Unsere Methodik.