Weniger Multitasking, mehr Kaffee?

Multitasking gibt es eigentlich gar nicht in dem Sinne, wie es im Alltag verstanden wird. Selbstverständlich kann eine einzelne Person mehrere Abläufe automatisch gleichzeitig bewältigen. Aber es ist neurophysiologisch unmöglich, die bewusste Aufmerksamkeit mehreren Tätigkeiten gleichzeitig zu widmen. Was tun denn dann Menschen, die von sich behaupten, sie seien gute Multitasker?

Sie “switchen“, das heißt Ihre Aufmerksamkeit huscht unaufhörlich von einer Sache zu anderen.

Und die wenigen Millisekunden, die das Auge dann doch auf dem Handy verharrt, anstelle auf die Straße zu blicken, können Leben kosten.

Wer das Handy beim Fahren nicht in die Hand nimmt, wird von der App “Driving Barista“ nach 200 km mit einem Kaffee belohnt.

So bringen Toyota und die Coffee-Shop-Kette Komeda das Thema in die japanischen Medien. Die App wird von ca 40,000 Fahrern genutzt. Weiteres hier: http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1110187

Das Interessante hieran ist die Mischung aus modernen Technologien (App, GPS, Smartphone tech) und einem der ältesten Lernförderer aller Zeiten:  dem Belohnungsprinzip.

Heute auf der Messe BAZAAR BERLIN (http://systemics-academy.com/auf-der-bazaar-berlin-2016/) kommentierte Kommunikationstrainerin Miriam Berger: “Man könnte das Belohnungsprinzip allerdings auch noch auf andere Belohnungsformen ausweiten. Das würde die App für ein breiteres Spektrum an potenziellen Nutzern interessant machen. Wir sind ja nicht alle Kaffeetrinker.“

Jedenfalls ein lustiges Konzept, für Leute, die weniger Multitasken wollen (und kostenfrei Kaffee trinken).

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größer = klüger

 

Bedeutet ein größeres Gehirn automatisch mehr Intelligenz? Eine neue Studie von der University of Wyoming legt dies zumindest für Säugetiere nahe.

Allerdings ist nicht die Größe des Gehirns an sich ausschlaggebend, das Verhältnis zwischen Gehirn- und Körpergröße ist der Maßstab. Im Versuch sollte eine verschlossene Box mit Futter geöffnet werden. Die Tiere, die von der genannten Verhältnismäßigkeit ausgehend ein großes Gehirn haben, waren am erfolgreichsten.

Es besteht also ein Zusammenhang zwischen der Größe des Gehirns und der Fähigkeit, Probleme zu lösen.

Auch die „social brain“- Hypothese die besagt, dass Tiere, die in Gruppen leben mehr Intelligenz entwickeln, sehen die Forscher durch ihr Experiment als wiederlegt an. Versuchstiere die naturgemäß Einzelgänger sind, schnitten nicht grundsätzlich schlechter ab als solche aus großen Sozialverbänden.

Der Zusammenhang zwischen Gehirngröße und Problemlösungsfähigkeit konnte schon für Vögel, Fische und Primaten nachgewiesen werden, ob er auch auf uns Menschen zutrifft, muss noch untersucht werden.

Eintönigkeit schadet dem Gehirn

An der Universität Göttingen ist es Wissenschaftlern gelungen, die Anpassungsfähigkeit der Gehirne von Mäusen wiederherzustellen.

In großen Käfigen mit verschiedenen Spielzeugen und eine vielfältigen Möglichkeiten zur sozialen Interaktion zeigten die Mäuse eine hohe Plastizität in der Sehrinde. Diese wird normalerweise im Alter schwächer bis sie ganz verschwindet. Durch die stimulierende Umwelt konnte die Plastizität nicht nur wesentlich länger erhalten werden, sondern war auch vor Beeinträchtigungen durch einen Schlaganfall geschützt. Mäuse, deren Sehrindenplastizität schon erloschen war, konnten diese bei längerem Aufenthalt in der stimulierenden Umgebung der größeren Käfige wiederherstellen.

Totale Überlastung durch zu viele Umweltreize“ und ähnliche Schlagzeilen die oft zu lesen sind, sind also viel zu einseitig. Ohne äußere Stimulation erlahmt unser Gehirn.

Wie bei allem im Leben gilt: auf das Maß kommt es an.

Uns eine Umwelt schaffen die uns stimuliert, ohne zu überfordern ist also das Ziel und auch die Kunst.

 

bionity.com/de/news/viele-umweltreize-halten-das-gehirn-jung.html

Veränderungsfähigkeit bei Straftätern?

Der Artikel betrachtet kurz das Strafrecht, das inzwischen 100 Jahre alt ist. Ist der damals geprägte Schuldbegriff und die daraus folgenden Schlussfolgerungen zur Bestrafung noch tragfähig?
Der Neurobiologe Gerhard Roth arbeitet derzeit an der Berliner Charité in einem Projekt, das jugendliche Intensivstraftäter untersucht. Für seine Taten einstehen, ohne schuldig sein zu müssen – das hätte, glaubt Roth, auch unmittelbare Konsequenzen wie man mit Straftätern umgeht – insbesondere denen, die wiederholt sehr schwere Verbrechen begehen. „Dann würde die Frage der Besserung und die Frage des Schutzes der Bevölkerung noch mehr in den Vordergrund rücken als das Wegsperren und das Bestrafen des Täters.“ Aber Besserung – geht das denn überhaupt bei den Menschen, vor denen man sich ihrer chronischen Gefährlichkeit wegen fürchten muss? Es werden drei Tätergruppen beschrieben und deren unterschiedlichen Trainingsziele benannt. Voraussetzung sei aber, dass man jede der drei Tätergruppen anders therapiert. „Die instrumentelle Gruppe muss komplett umlernen und Wege finden, Konflikte zu lösen, ohne Gewalt anzuwenden“, so Roth. „Bei den impulsiven Straftätern braucht man ein intensives Training zur Impulshemmung, daneben hilft ein Empathie-Training.“ Nur bei den Psychopathen hätten sich bisher auch die besten Psychotherapeuten der Welt die Zähne ausgebissen. Zum Artikel: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article113639377/Bleiben-wir-ein-Leben-lang-dieselben.html

Neues Buch: Gerhard Hüther „Etwas mehr Hirn, bitte“

Unterhaltend und spannend und dazu leicht verständlich soll das neue Buch von Prof. Dr. Gerhard Hüther sein. Es dreht sich um unser Gehirn, um Zusammenhänge in der Erklärung wer wir sind und um die Möglichkeit der Veränderung….unseres Gehirns und damit unseres Lebens und auch des Zusammenlebens. Der Vergleich mit einem Computer ist überholt und der Vergleich des Gehirns mit einem Muskel wird verständlich modelliert. Mit wissenschaftlicher Leichtigkeit bekommen die Lesenden Information und Inspiration zur Veränderung. Deutlich werden die nötigen Bedingungen aufgezeigt, die solch ein Veränderungsprozess braucht. Alter spielt dabei keine Rolle. Es geht um die Nutzung und Entfaltung unserer Ressourcen. Im Netz stehen viele positive Rezensionen – eine davon ist hier: http://www.familienunternehmer-news.de/buchbesprechungen.php?sub&layout0&link=reviewlist::id553d16bf1a276

Geschwindigkeitsrekord im Gehirn

Neurophysiologen der Universität Leipzig haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sie Aktionspotenziale vor und hinter einer Kontaktstelle von zwei Nervenzellen messen können. Wie schnell tickt unser Gehirn? Die Antwort brachte für das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Stefan Hallermann vom Carl-Ludwig-Institut für Physiologie eine überraschende Erkenntnis: Neben der großen Anzahl, der hohen Vernetzung ticken Sie sind viel schneller als angenommen. Das menschliche Gehirn hat ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen. Jede von ihnen ist durchschnittlich mit tausend anderen verbunden.
Diese immense Parallelität allein führt schon zu Beschleunigung. Damit aber nicht genug, zusätzlich feuert jede Nervenzelle ihre elektrischen Signalreize auch noch mit enormer Geschwindigkeit an ihre Nachbarn weiter. Die Wissenschaftler sprechen von Aktionspotenzialen. Bisher galt die Einheit von 100 Hertz in den Lehrbüchern als Standard. Die Leipziger haben jetzt 1.000 Hertz gemessen. Mehr als die Frequenz habe ihn jedoch überrascht, so der Neurophysiologe, dass die Aktionspotenziale in der Zelle so kurz, also ultraschnell, sind. Weiteres zum neuen Messverfahren und den Ergebnissen stehen hier: http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/nachrichten.html?ifab_modus=detail&ifab_id=5694

Foto: Stefan Hallermann

Coaching – wer sagt, was das ist

Was Coaching so alles heißen kann, da gibt es immer noch viele Grauzonen. Hier eine Liste der gängigsten Definitionen und ein Vergleich mit dem Ansatz der Systemics™ Academy.

Von Whitmore (1996): „Unlocking a person’s potential to maximize their own performance.“
–> Das Potential einer Person ‚aufschliessen‘ bzw ‚freimachen‘, um seine/ihre Leistung zu maximieren.

Von Parsloe (1999): „A process that enables learning and development to occur and thus performance to improve.“
–> Ein Prozess, der Lernen und Entwicklung ermöglicht und damit Leistung steigert.

Von Grant (2000): „A collaborative, solution-focused,  results-oriented and systematic process in which the coach facilitates the enhancement of work performance, life experiences, self-directed learning and personal growth of the coachee.“
–> Ein kooperativer, lösungsorientierter, zielgerichteter und systematischer Prozess, in dem der Coach dem Coachee folgendes ermöglicht: verbesserte Arbeitsleistung, Lebenserfahrung, selbst-gesteuertes Lernen und persönliches Wachstum.

Von Clutterbuck (2003): „Primarily a short-term intervention aimed at performance improvement or developing a particular competence.“
–> Eine meist kurzfristige Intervention mit der Zielstellung, Leistung zu verbessern oder eine neue Kompetenz zu entwickeln.

Von Caplan (2003): “ A coach is a collaborative partner who works with the learner to help them achieve goals,  solve problems,  learn and develop.“
–> Ein Coach ist ein kooperativer (oder ‚gemeinschaftlicher‘) Partner, der mit dem Lernenden zusammen arbeitet und ihn/sie unterstützt, Ziele zu erreichen, Probleme zu lösen, zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Unser Verständnis von Coaching ist dem von Grant ähnlich, geht aber noch weiter: Wir entschlüsseln die Blockaden, die manche Entwicklungen verhindern können, und befähigen den Coachee dazu, emotional getragene, positive und zielführende Automatismen aufzubauen, die alteingefahrene, nicht zielführende Handlungsweisen überflüssig machen.

Wie das geht, wird hier beschrieben –> Unsere Methodik.